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Bei einer Diskussion mit Alexander Boerger vom “peng” Mainz hatten wir im Oktober 2009 die Idee, auch in Mainz ein Freifunknetz aufzubauen. Der Zugang zu Internet, Information und Wissen ist Voraussetzung für die Teilhabe an der Wissens- und Informationsgesellschaft und so wollen wir zunächst einmal Interessenten sammeln und Anfang November besprechen, ob und wie wir Freifunk in Mainz umsetzen können.
Bei Interesse freuen wir uns über jeden, der etwas zum Projekt beitragen will - und das muss absolut keine Technixexpertise sein. Meldet euch einfach bei mir oder bei Alexander und kommt am 5. November nach Mainz ins “pengland” in der Reichsklarastraße!
Alle Informationen zur Mainzer Freifunk-Initiative findet ihr hier: http://wiki.freifunk.net/Mainz
Tim Berners-Lee im Interview über Open Data, Semantic Web und die Überflüssigkeit von “//” in URIs:
Gestern veröffentlichten CDU und FDP ihren Entwurf des Vertrags für die Koalition aus CSU, CDU und FDP im neuen Deutschen Bundestag 2009-2011. Unter den Gesichtspunkten Freiheit und Netzpolitik habe ich einige Dinge wertungsfrei herausgeschrieben, die nicht unbedingt in der Reihenfolge und dem Wortlaut im Vertrag stehen, die aber dennoch so genannt werden. Korrekturen und Ergänzungen gerne per Kommentar oder E-Mail:
Urheberrecht
- Die “konsequente Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen” insbesondere im Internet soll verstärkt werden. Dazu wird ein Dritter Korb der Urheberrechtsnovelle kommen. Möglichkeiten der Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern sollen gefördert werden.
- Der Schutz “geistigen Eigentums” durch Patente, Marken und Muster soll weiter gestärkt werden, der Zugang zu Schutzrechten für den Mittelstand soll erleichtert werden. Dazu will sich die Koalition auch auf internationaler Ebene stark machen.
- Es sollen Maßnahmen unterstützt werden, die “das gesellschaftliche Verständnis für die Bedeutung des Urheberrechts” und “den Respekt vor fremdem geistigem Eigentum” fördern”.
- Es sollen keine Initiativen für gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergriffen werden.
- Für Presseverlage soll ein Leistungsschutzrecht geschaffen werden. Außerdem will sich die Koalition für ein europäisches Wahrnehmungsrecht zur Erleichterung der europaweiten Lizensierung durch Verwertungsgesellschaften einsetzen.
- Die Initiative “Kultur- und Kreativwirtschaft” soll ausgebaut werden. Besondere Schwerpunkte sollen die Schaffung von Unterstützungsangeboten zur Professionalisierung von Künstlern und Kreativen sowie die Förderung innovativer Projekte und Geschäftsmodelle sein.
- Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll an die “technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten” angepasst werden. Dabei wird auch die Grundlage der Finanzierung betrachtet. Überprüft werden sollen das Medienkonzentrations- und das Pressekartellrecht.
Siehe auch:
- Sicherheitsgesetze (BKA-Gesetz, Vorratsdatenspeicherung, Anti-Terror-Gesetze)
- Umstrukturierung von Bundesbehörden (Bundespolizei, IT des Bundes, “zentrale Cyber-Sicherheitsbehörde”)
- Urheberrecht (Dritter Korb, “Geistiges Eigentum”, Netzsperren)
- Zugang zum Netz (Informationsfreiheit, Breitbandausbau, Netzsperren, Netzneutralität)
- Datenschutz (Bundesdatenschutzgesetz, Stiftung Datenschutz, Bundesbeautragter, Arbeitnehmerdatenschutz )
- Sonstiges: (eGovernment, Telemedien und Petitionswesen)
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Mainz präsentiert am morgigen Freitag 16.10.2009 im Rahmen des Filmfestivals “über Macht” den Film “strange culture” um 20:30 Uhr im Mainzer Kino cinemayence.
Fr, 16. Oktober, 20.30 h
Filmfestival „Über Macht“ / Erstaufführung
»Strange Culture (Fremdkulturen)«
Filmessay von Lynn Hershman Leeson
USA 2007, 75 Min., engl. OmU, FSK 12INHALT: Steve Kurtz ist Performance-Künstler, seine Arbeit dreht sich um
das Thema Biotechnologie. In der Terrorfurcht nach dem 11. September
erregt er die Aufmerksamkeit des FBI. Der Verdacht: Bio-Terrorismus.
Kurtz drohen 20 Jahre Haft für den Besitz von Bakterien, die jeder frei
über das Internet bestellen kann. »Strange Culture/Fremdkulturen« ist
Teil einer internationalen Aktion, mit der sich bekannte Künstler wie
Tilda Swinton mit Kurtz solidarisieren.
Morgen werden im Rahmen einer feierlichen Gala in Bielefeld wieder die deutschen BigBrotherAwards - die “Oscars für Überwachung” (Le Monde) - verliehen:
Termin: Freitag, 16. Oktober 2009
Uhrzeit: 18 bis 20 Uhr
Ort: Hechelei in BielefeldSeit dem Jahr 2000 werden in Deutschland die BigBrotherAwards an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen. Die BigBrotherAwards sind ein internationales Projekt: in bisher 19 Ländern wurden fragwürdige Praktiken mit diesen Preisen ausgezeichnet.
Der Name ist George Orwells negativer Utopie “1984″ entnommen, in der der Autor bereits Ende der vierziger Jahre seine Vision einer totalitären Überwachungsgesellschaft entwarf. Die Preisskulptur, eine von einer Glasscheibe durchtrennte und mit Bleiband gefesselte Figur, wurde von Peter Sommer entworfen. Sie zeigt eine Passage aus Aldous Huxleys “Schöne Neue Welt”.
Die Eintrittskarten sind - bis auf ein kleines Kontingent an der Abendkasse - leider ausverkauft, aber es wird einen Live-Stream geben.



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