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Archive for December, 2007

Aktion: Besondere Neujahrsgrüße für 2008

stop 1984Idee auf der Mailingliste des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung: Jeder schickt seinen Bekannten in diesem Jahr eine besondere Art Neujahrsgrüße als SMS, E-Mail oder im sozialen Netzwerk seiner Wahl um nochmal auf die soeben in Kraft getretene Vorratsdatenspeicherung hinzuweisen:

“Lieber XY,
ab morgen wird in Deutschland ohne Verdacht von jedem Bürger protokolliert, wer wann mit wem und von wo aus telefoniert, SMS schickt, E-Mails schreibt oder das Internet benutzt. Dies ist also meine letzte Nachricht vor der so genannten Vorratsdatenspeicherung.
Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr 1984 und einen guten Rutsch in den Überwachungsstaat!”

Infos findest du auf www.vorratdatenspeicherung.de

Dein XY

(Bild von surfstyle)

AK Vorrat reicht Verfassungsbeschwerde und Eilantrag gegen Vorratsdatenspeicherung ein

Die vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung initiierte Verfassungsbeschwerde gegen die sechsmonatige Speicherung aller Verbindungsdaten ist heute beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht worden. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben rund 30.000 Menschen einen Rechtsanwalt mit der Erhebung einer Verfassungsbeschwerde beauftragt. Der Arbeitskreis veröffentlicht zugleich Empfehlungen zum Schutz vor der ab 2008 geltenden „Totalprotokollierung der Telekommunikation“.

Nachdem das von CDU, CSU und SPD beschlossene Gesetz zur Protokollierung der Telekommunikation der gesamten Bevölkerung („Vorratsdatenspeicherung“) im Bundesgesetzblatt verkündet worden ist, hat der Berliner Rechtsanwalt Meinhard Starostik am heutigen Montag Verfassungsbeschwerde gegen die Datensammlung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht. In der über 150-seitigen Beschwerdeschrift [1] wird auch beantragt, die Datensammlung wegen „offensichtlicher Verfassungswidrigkeit“ durch eine einstweilige Anordnung sofort auszusetzen.

Zur Begründung heißt es, das Gesetz lasse „massive Kommunikationsstörungen“ in Deutschland befürchten. Zum einen werde jeder Bürger grundlos wie ein potenzieller Straftäter behandelt. Es stelle einen gravierenden Eingriff in die Grundwerteordnung des Rechtsstaates dar, das Verhalten von 80 Millionen Bundesbürger ohne jeden Verdacht einer Straftat aufzeichnen zu lassen. Zum anderen drohe Journalisten der Abbruch von Informantenkontakten, Beratungsangeboten wie der Telefonseelsorge die Abnahme von Anrufen und E-Mails von Menschen in Not, Strafverfolgern der Wegfall anonymer Anzeigen und Hinweise, Regierungskritikern das Ende unkomplizierter Kommunikation und Internetsurfern Ermittlungen wegen des Besuchs vermeintlich verdächtiger Internetseiten. Sensible Kontakte und Kommunikationen könnten nur noch durch persönliche Treffen abgewickelt werden oder müssten insgesamt unterbleiben. Mit der unbefangenen Kommunikation gehe „die unverzichtbare Grundvoraussetzung eines demokratischen Staatswesens“ verloren.

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik haben rund 30.000 Menschen einen Rechtsanwalt zur Erhebung einer Verfassungsbeschwerde bevollmächtigt. Da die Erfassung und Auswertung der vielen Vollmachten noch nicht abgeschlossen werden konnte, ist die Beschwerde zunächst im Namen von acht Erstbeschwerdeführern eingereicht worden. Es handelt sich um den Bielefelder Rechtsprofessor Prof. Dr. Christoph Gusy, den Bremer Publizisten und Rechtsanwalt Dr. Rolf Gössner, den Bürgerrechtler Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, den Leiter einer Beratungsstelle der AIDS-Hilfe, die kommerzielle Anbieterin eines Anonymisierungsdienstes, das Vorstandsmitglied des Journalistenvereins “Netzwerk Recherche” Albrecht Ude, den Steuerberater Heinz Raschdorf und den Strafverteidiger Peter Zuriel. Die Beschwerde wird im Namen der weiteren Beschwerdeführer eingereicht werden, sobald die Erfassung der bis zum 24.12.2007 eingegangenen Vollmachten abgeschlossen ist.

Nach dem Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung soll ab 2008 ohne Anfangsverdacht protokolliert werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Bis Ende 2008 können Unternehmen eine Vorratsspeicherung noch straffrei verweigern [2]. Sodann drohen hohe Bußgelder. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft alle Telekommunikationsanbieter auf, einstweilen auf die Massendatensammlung zu verzichten. Erste Internet-Service-Provider haben bereits angekündigt, 2008 noch keine Daten auf Vorrat zu speichern.

Besorgten Bürgerinnen und Bürgern rät der Arbeitskreis, sich vor einer Aufdeckung ihrer persönlichen und beruflichen Kontakte und Bewegungen zu schützen:

  1. Fragen Sie den Datenschutzbeauftragten Ihres Telefonanbieters, Ihres Handyproviders, Ihres E-Mail-Anbieters und Ihres Internet-Zugangsanbieters, ob und für wie viele Tage Ihre Verkehrsdaten 2008 gespeichert werden. Verlangen Sie die unverzügliche Löschung der Daten und nutzen Sie Pauschaltarife (Flatrates). Speichert Ihr Anbieter trotzdem auf Vorrat, wechseln Sie zu einem anderen Unternehmen.
  2. Nutzen Sie kostenlose und vorausbezahlte Dienste nur noch unter falschem Namen (z.B. E-Mail-Konten, Prepaid-Handykarten). Dies ist auch in Zukunft vollkommen legal.
  3. Nutzen Sie Anonymisierungsdienste und -software für sensible Aktivitäten im Internet.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Arbeitskreises [3]. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bietet eine CD mit Anonymisierungssoftware für Internetnutzer an, mit deren Hilfe die Vorratsdatenspeicherung umgangen werden kann [4].

Quellen:

  • [1] Die Beschwerdeschrift im Internet:
    http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/images/Verfassungsbeschwerde_Vorratsdatenspeicherung.pdf
  • [2] Nichtspeicherung ist straffrei: § 150 Abs. 12b TKG, http://dip21.bundestag.de/dip21/brd/2007/0798-07.pdf auf Seite 15.

  • [3] Datenfrei kommunizieren:
    http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/56/77/
  • [4] CD “Freiheit statt Angst”:
    http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/123/113/
  • Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung tritt in Kraft (Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 31.12.2007)

    Das bis zu letzt heftigst umstrittene “Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG” ist nun im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt somit ab übermorgen (dem 1.Januar 2008) in Kraft.

    Das Gesetz im Wortlaut unter:
    http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl107s3198.pdf

    Links vom 30.12.2007

    Demonstration “Was zählt ist Freiheit” am 6.1.2008 in München

    Demo “Was zählt ist Freiheit” München 6.1.2008Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (Ortsgruppe München) ruft für den 6.1.2008 zur Demonstration “Was zählt ist Freiheit” auf. Aus dem Demoaufruf:

    Leider hat sich nach Demonstration in München mit über 2000 Teilnehmern am 6. November die Lage in unserem Land nicht verbessert. Nein im Gegenteil, die Stimmen rufen immer unverholener nach „Sicherheit“ und meinen damit Kontrolle.

    Am 6. Januar 2008 spricht Wolfgang Schäuble unter dem Motto Was zählt ist Sicherheit.

    Wir, die Ortsgruppe München, sind der festen Überzeugung, dass die Freiheit und die Grundrechte der Garant für die Sicherheit und Grundlage unserer Demokratie sind. Denn Was zählt ist Freiheit.

    Wir rufen zur Demonstration “Was zählt ist Freiheit” am 6. Januar 2008 um 12.30 Uhr an der Konferenzhalle Theresienhöhe auf.

    Siehe auch:

    Über 1000 Bürger protestieren in Berlin gegen Vorratsdatenspeicherung (29.12.2007)

    demo berlin vorratsdatenspeicherungÜber 1000 Bürger haben am gestrigen Abend in Berlin gegen von der Regierung beschlossene Vorratsdatenspeicherung protestiert, die am 1.1.2008 in Kraft treten soll. Aufgerufen hatten der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und der FoeBud spontan im Rahmen des 24. Chaos Communication Congresses (24c3) in Berlin, so dass ein Großteil der Teilnehmer des 24c3 sowie viele weitere besorgte Menschen am Abend dem Aufruf folgten und auf die Straße gingen.

    Mit Rufen wie “Freiheit statt Angst” oder “Stoppt den Überwachungswahn” zogen die Teilnehmer friedlich vom Kongresscenter zum Alexanderplatz. Dort wurde in verschiedenen Reden auf die Probleme des ausufernden Überwachungsstaates eingegangen.
    Ricardo Christof Remmert-Frontes vom AK Vorrat wies in seiner Rede nochmals auf die vom Bundesinnenminister so bezeichnete “Größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten” (GröVaZ) hin, welche am 31.12.07 beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht werden wird. Der Klage haben sich schon über 25.000 Bürger angeschlossen. padeluun vom FoeBud rief die Teilnehmer zu weiteren Aktionen auf und lud zum Trauermarsch am 31.12.07 in Hamburg sowie zu einer Demonstration in München am 06.01.08 ein.

    Siehe auch:

    (Bild von http://de.indymedia.org/2007/12/203777.shtml)

    Links vom 29.12.2007

    Demo gegen Vorratsdatenspeicherung heute Abend in Berlin: “Guten Rutsch ins jahr 1984″

    vorratsdatenspeicherung ak vorrat demo berlin
    Im Rahmen des 24c3 rufen der AK Vorrat und der Foebud e.V für den heutigen Abend zur Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung auf.
    Das Motto lautet “Gegen die VDS: Guten Rutsch in das Jahr 1984″ und Treffpunkt ist um 19:30 vor dem BCC, am Alexanderplatz in Berlin.

    Siehe auch http://events.ccc.de/2007/12/29/demo-today/

    Links vom 28.12.2007

    Video: Did you know?

    (via)






    Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany
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