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Archive for November, 2007

Erster SPD-Ortsverein unterstützt Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung

Wie auf “Jena TV” zu lesen ist regt sich jetzt auch in den Reihen der SPD noch späte Kritik an der Verabschiedung der Vorratsdatenspeicherung durch CDU/CSU und SPD im Bundestag. Der SPD-Ortsverein Lobeda unterstützt der Meldung zufolge nun die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung und hat auch in der Thüringer SPD wohl einen entsprechenden Antrag durchsetzen können:

16:13 Uhr, 30.11.2007

Jena: Der SPD-Ortsverein Lobeda unterstützt die Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung. In Vertretung des Vereines hat der Vorsitzende Robert Conrad eine Vollmacht unterzeichnet.
Der Bundesrat wird aller Voraussicht nach ein Gesetz beschließen, das zur Speicherung des kompletten Telekommunikationsverhaltens der Bundesbürger führen wird. Der Bundestag hatte die Speicherung bereits am 9. November verabschiedet.
Am vergangenen Samstag hatte sich auch die Thüringer SPD zum Thema positioniert: Conrad war Verfasser eines Initiativantrags, der die Datenspeicherung auf Vorrat als „vollkommen unverhältnismäßig“ bezeichnet und den „Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe von Daten“ als Grundrecht verteidigt. Der Beschluss wurde vom SPD-Parteitag mit großer Mehrheit angenommen und wird an die Bundestagsfraktion und den Bundesvorstand weitergeleitet. Informationen gibt es unter www.vorratsdatenspeicherung.de.

Links vom 29.11.2007

Proteste im Zuge der Bundesratsabstimmung zur Vorratsdatenspeicherung am 30.11.2007

Vorratsdatenspeicherung stoppen!

Im Zuge der Bundesratsabstimmung zur Vorratsdatenspeicherung wird der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung morgen früh vor dem Bundesrat in Berlin demonstrieren. Anlass ist die Behandlung der Vorratsdatenspeicherung in der Länderkammer. Los geht es um 8:45, Leipziger Straße 3.

Des Weiteren erklärt der Arbeitskreis in seiner heutigen Pressemitteilung:

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fordert die Ministerpräsidenten und Justizminister der Länder auf, der ab 2008 geplanten Totalprotokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet nicht zuzustimmen und den Grundrechten treu zu bleiben.

Die Bürgerrechtler lehnen den drohenden Paradigmenwechsel vom Rechtsstaat zum Präventionsstaat strikt ab und verweisen auf die zahllosen Einschätzungen, wonach das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung mit unseren Grundrechten unvereinbar ist. Zuletzt hatte sich der Vizepräsident des Mecklenburg-Vorpommerschen Verfassungsgerichtes, Helmut Wolf, “überzeugt” gezeigt, “dass die Verpflichtung, alle Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate zu speichern und damit für einen eventuellen staatlichen Zugriff zur Verfügung zu halten, verfassungswidrig ist” [1].
Beobachter gehen dementsprechend davon aus, dass die gegen das Gesetz vorbereiteten Verfassungsbeschwerden erfolgreich sein werden. Bereits mehr als 13.000 besorgte Bürgerinnen und Bürger wollen mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung nach Karlsruhe ziehen. Die Sammel-Verfassungsbeschwerde des Arbeitskreises soll eingereicht werden, falls das mit den Stimmen von SPD und Union vor zwei Wochen im Bundestag beschlossene Gesetz in Kraft tritt. Noch bis zum 24.12.07 haben alle Nutzer von Telekommunikationsdiensten in Deutschland die Möglichkeit, sich der Verfassungsbeschwerde anzuschließen [2].

Während der Bundestag den Zugriff auf die gespeicherten Verbindungsdaten von Telefongesprächen, Textnachrichten, E-Mails und Internet-Zugang zur Verfolgung und Vorbeugung von Straftaten sowie für Zwecke der Geheimdienste erlauben will, verlangt der Rechtsausschuss des Bundesrats eine noch weitergehende Nutzung [3]. Danach sollen Provider die Daten sogar direkt an die Musikindustrie oder andere Rechteverwerter herausgeben müssen, damit Privatanwender leichter abgemahnt werden können. Schon nach dem Gesetz von CDU/CSU und SPD ist dies möglich, indem Rechteinhaber eine Strafanzeige stellen und dann Akteneinsicht beantragen.

“Wir haben seit langem davor gewarnt, dass solche Datenhalden neue Begehrlichkeiten wecken. Dass nun bereits vor dem Inkrafttreten der Vorratsdatenspeicherung darüber diskutiert wird, ob man diese Überwachungsinfrastruktur ohne jede rechtliche Absicherung privaten Konzernen zur Verfügung stellt, ist von besonderer Dreistigkeit”, kommentiert Ralf Bendrath vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Auch die Internetwirtschaft
und der Bundesdatenschutzbeauftragte haben scharf gegen eine solche Privatisierung der Überwachung protestiert.[4]

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung weist darauf hin, dass es die Vorschrift des § 113 Telekommunikationsgesetz entgegen der Aussagen der Bundesjustizministerin ermöglichen wird, Internetnutzer ohne richterlichen Beschluss anhand der genutzten IP-Adresse sechs Monate lang rückwirkend zu identifizieren. Schon zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten soll diese Befugnis bestehen. “Damit wird nicht nur klar, dass die Befürchtungen der Bürgerrechtler mehr als berechtigt und die Beruhigungen der Politiker nichts als Beschwichtigungen waren. Nein, es wird auch klar, dass hier die
Privatsphäre aller TK-Nutzer abgeschafft wird um demnächst aufzuklären, wer einen Klingelton aus dem Internet geladen hat. Das ist an Absurdität nicht zu überbieten”, kommentiert BettinaWinsemann von der Initiative Stop1984.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Dieter Wiefelspütz, hatte zuvor Aufsehen erregt mit einer Antwort bei Abgeordnetenwatch.de, derzufolge es bei dem Vorhaben gar nicht um die Bekämpfung des Terrorismus gehe.[5]

Quellen:
[1] http://tinyurl.com/yokmv3
[2] http://verfassungsbeschwerde.vorratsdatenspeicherung.de
[3] http://dip21.bundestag.de/dip21/brd/2007/0798-1-07.pdf
[4] http://www.heise.de/newsticker/meldung/99755
[5]
http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_dieter_wiefelspuetz-650-5785–f78879.html#frage78879

Argumente der Befürworter einer Vorratsdatenspeicherung kritisch beleuchtet:
http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/83/87/

plusminus überlistet zusammen mit dem CCC das EDEKA Fingerabdruck-Bezahlsystem

Der Beitrag von plusminus “Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet” in dem das Magazin zusammen mit dem CCC das Fingerabdruck-Bezahlsystem von EDEKA überwindet, jetzt bei Youtube:

(via)

Links vom 28.11.2007

Videoüberwachung in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Auch vor den Stadtbussen scheint der Trend, an allen Ecken und Enden Videoüberwachung einzuführen, nicht halt zu machen und so fährt man neuerdings auch in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) nicht mehr unbeobachtet.
Über den Bus verteilt finden sich teilweise bis zu sechs Kameras (hinter dem Fahrer nach hinten gerichtet, jeweils in Höhe der Türen, in der Mitte und aus der letzten Reihe nach vorne gerichtet), deren Bild dem Busfahrer permanent auf einen kleinen Monitor oberhalb der riesigen Frontscheibe angezeigt werden und die manuell durchschaltbar sind.
Schenkt man den Warnschildern Glauben so werden die Aufnahmen wohl auch aufgezeichnet.

Videoüberwachung in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Videoüberwachung in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Videoüberwachung in den Bussen der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG)

Links vom 27.11.2007

Links vom 26.11.2007

Links vom 24.11.2007

Links vom 23.11.2007






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