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Archive for February, 2007

Umfassendste Datensammlung der Bundesrepublik Deutschland (”Anti-Terror-Datei”) nimmt ihren Dienst auf

Die umfassendste Datensammlung der Bundesrepublik Deutschland nimmt morgen ihren Dienst auf. Der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronnellenfitsch nutzte seinen Tätigkeitsbericht des Jahres 2006 um seine massiven Bedenken aus verfassungs- und datenschutzrechtlicher Sicht zu äußern.

Wieviel Hunderte von Datenbanken der verschiedenen Behörden in der neuen Anti-Terror-Datei zentralisiert werden und wer alles darauf zugreifen kann beleuchtet der “c’t - Hintergrund” unter:
http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/85995

Text der Verfassungsbeschwerde gegen Online-Durchsuchungen in NRW online

Die Beschwerdeführerin Bettina “Twister” Winsemann hat zugestimmt, den Text ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen in Telepolis zu veröffentlichen.

Das Gesetz räumt den Verfassungsschützern weitreichende Überwachungsmöglichkeiten ein, u.a. eine verdeckte Online-Untersuchung von privaten Computern, und gilt als Testversuch für eine bundesweite Gesetzesregelung, wie sie von Politikern und Sicherheitsbehörden gefordert wird. Aufgrund des steigenden Interesses an der Problematik der verdeckten Online-Durchsuchung hat die Beschwerdeführerin, Twister (Bettina Winsemann), heute am 26. Februar 2007, ihr Einverständnis dazu gegeben, den Volltext der Verfassungsbeschwerde (ohne die privaten Daten zur Zulässigkeit) zu veröffentlichen. Telepolis veröffentlicht im Folgenden das Dokument ungekürzt.

Siehe:

  • Text der Verfassungsbeschwerde
  • heise-News
  • CCC warnt vor biometrischer Vollerfassung

    Der Chaos Computer Club warnt in einer aktuellen Mitteilung vor der biometrischen Vollerfassung der deutschen Bürger und weist auf das immense Missbrauchspotential hin.

    Obwohl das BMI stets versicherte, dass es keine zentrale Speicherung der biometrischen Daten geben wird, hat am Freitag der Bundesrat gefordert, sowohl die Gesichtsbilder als auch die Fingerabdrücke der Bürger in einer zentralen Datenbank für immer zu speichern. Bevor die Fingerabdrücke an den Meldeämtern überhaupt abgeben werden müssen, steht die zentrale Datenbank bereits vor der Tür.

    Der CCC betont, dass die Speicherung in einer zentralen Datenbank ein Risiko für die Sicherheit der sensiblen biometrischen Daten darstellt. Diese zentrale Erfassung bietet deutlich einfachere Zugriffsmöglichkeiten für Datenverbrecher. […]

    Genaueres dazu auf http://www.ccc.de/updates/2007/biometrie-datenbank und
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/85622

    Computerwoche sieht Demokratie in Gefahr

    Die IT-Zeitung Computerwoche sieht aufgrund der immer ausufernden Überwachung die Demokratie in Gefahr und widmet sich dem Themenkomplex:

    Hier lesen Sie

  • …wie der Staat mit moderner Technik immer mehr Bereiche überwacht
  • wie langsam ein Wandel zum Präventionsstaat stattfindet
  • was Experten zu den Erfolgsaussichten der Überwachungsmaßnahmen sagen
  • welche Bereiche bereits kontrolliert werden
  • wie sich langsam Widerstand bildet
  • Link:
    http://www.computerwoche.de/knowledge_center/it_security/587948/

    Studiengebühren in Baden-Württemberg: Ministerium muss Klägerdaten löschen

    2500 Studenten haben in Baden-Württemberg gegen die Campusmaut geklagt, Minister Peter Frankenberg wollte von allen die Daten einsammeln lassen - rechtswidrig, so der Datenschutzbeauftragte des Landes. Einen Teil der Daten hat das Ministerium daher wieder gelöscht.

    Siehe: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,468371,00.html

    Eine eigene Partei gründen in 10 Schritten

    Wie das geht erfahrt Ihr unter:
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/23729

    Holger Voss reicht die 7-Tage-Regelung zur IP-Speicherung nicht / Kritik an Bundesdatenschutzbeauftragtem

    Holger Voss, der durch den gewonnenen Rechtsstreit gegen seinen Provider T-Online für die Änderung des IP-Speicherverhaltens gesorgt hatte, reicht die Tatsache, dass die Daten nun mehr anstelle bisher 80 Tagen “nur” noch 7 Tage gespeichert werden nicht aus.

    Im Heise-Forum hinterfragt er die Arbeitsweise des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar, der trotz klarer Rechtslage durch den von Voss gewonnenen Prozess und des bestehenden Telekommunikatonsgesetzes (speziell §96 (2)) die 7-tägige Speicherung abgesegnet hatte.

    Dass Herr Schaar eine solche Protokollierung von Einzelheiten über
    Telekommunikationsvorgänge absegnet, wirft m. E. kein gutes Licht auf
    die Arbeit des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die
    Informationsfreiheit.

    Voss hatte in seinem Prozess erwirkt, dass seine Daten unverzüglich nach Beenden der Verbindung zu löschen sind, da sie zu Abrechnungszwecken nicht benötigt werden. Im Forum erläutert er warum auch keine der im TKG genannten Ausnahmeregelungen (§§97,99,100,101)zutrifft und fährt fort:

    Mit anderen Worten: Ich sehe überhaupt keine gesetzliche Grundlage
    für die siebentägige Aufbewahrung der IP-Adressen, im Gegenteil
    verbietet die Rechtslage m. E. sehr eindeutig, die IP-Adressen aller
    KundInnen ohne konkreten Anlass im Einzelfall über das Ende der
    jeweiligen Internetverbindung hinaus zu speichern.

    (Eine solche gesetzliche Grundlage kann es m. E. auch nicht geben,
    denn sie würde deutlich gegen das Post- und Fernmeldegeheimnis (Art.
    10 GG) verstoßen.)

    Quelle:
    http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?read=1&msg_id=12237731&forum_id=112786

    T-Com begrenzt Speicherung der IP-Adressen auf 7 Tage

    Wie Heise berichtet begrenzt die T-Com die Speicherung der IP-Adressen-Zuordnung statt der bisherigen 80 Tage nun auf 7 Tage und setzt damit das vom BGH bestätigte Aufbewahrungsverbot zumindest teilweise um. Davon betroffen sind auch Provider wie T-Online, Congster und 1&1 die auf den Backbone der T-Com bauen. Laut dem Heise-Bericht laufen auch Anfragen der Strafverfolger an Arcor bereits ins Leere. Bestätigen wollte dies der Unternehmenssprecher aber noch nicht.
    “Die Vorgehensweise habe die T-Com mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmt. Die technische Umsetzung in den Systemen werde noch einige Monate in Anspruch nehmen. ” schreibt Heise weiter.

    Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/85609/

    P.S.: Im Januar fragte Telepolis bereits bei diversen Providern an, wie sie das Darmstäder Urteil bisher umgesetzt haben.

    “Google protestiert gegen deutsche Pläne zur Vorratsdatenspeicherung”

    Google’s Konzerndatenschutzbeauftragter Peter Fleischer hat sich in einem Interview in der New York Times massiv gegen das geplante Gesetzesvorhaben der Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. Das Interview ist unter http://www.nytimes.com/2007/02/20/business/worldbusiness/20privacy.html?_r=1&oref=slogin zu finden.

    Im zugehörigen Artikel bei Heise heißt es:

    Als besonders “ironisch” bezeichnete Fleischer angesichts der demnächst im Bundeskabinett zu besprechenden Pläne zugleich die Tatsache, dass “Deutschland eines der Länder in Europa ist, wo die Menschen am meisten über Datenschutz reden”. Allgemein würde er das Land der Dichter und Denker aber beim tatsächlichen Schutz der Privatsphäre “an das hinterste Ende stellen”. Zudem sei die Anforderung an die Anbieter “überhaupt nicht zu kontrollieren und würde niemals funktionieren.” Es gehe viel zu weit, dass man voraussichtlich wohl gar einen Personalausweis für die Beantragung eines E-Mail-Postfachs vorlegen müsse. Zumal sich deutsche Surfer bei E-Mail-Providern etwa in den USA nach wie vor E-Mail-Adressen ohne Identitätsprüfung besorgen und weiterhin etwa Googles Gmail, Yahoos Webmail oder Microsofts Hotmail nutzen könnten.

    Quelle:http://www.heise.de/newsticker/meldung/85568

    Demo gegen Vorratsdatenspeicherung am 14.4.2007 in Frankfurt am Main

    Wie aus dem Wiki des AK Vorratsdatenspeicherung hervorgeht, wird es am 14.4.2007 eine von der Ortsgruppe Rhein-Main organisierte Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung geben.
    (http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/?title=Ortsgruppen/Rhein-Main)
    Weitere Infos zur bereits stattgefundenen Demos sowie Ideen für z.B. Banner, Schilder und Parolen finden sich unter http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/?title=Demo und http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/?title=Demoplanung






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